3 Arten der Trauung, welche passt zu Euch?

Welche Arten von Trauungen gibt es?

Es gibt 3 unterschiedliche Arten der Trauung, auf welche wir jetzt im Einzelnen genauer eingehen:

Die standesamtliche Trauung

Fangen wir mit der, sagen wir mal „wichtigsten“ Trauung an, die standesamtliche Trauung. Die wichtigste deshalb, weil sie ein Muss ist, wenn Ihr offiziell verheiratet sein wollt. Sie macht Euch vor dem deutschen Gesetz zu Mann und Frau. An dem Gang zum Standesamt kommt Ihr somit nicht vorbei.

DafĂŒr mĂŒsst Ihr Euch bei Eurem Standesamt anmelden und einiges an Papierkram ausfĂŒllen und Unterlagen vorlegen. Je nachdem ob Ihr schon einmal verheiratet wart, Kinder mit in die Ehe bringt oder kein deutscher StaatsbĂŒrger seid, benötigt Ihr unterschiedliche Dokumente. Fragt deshalb rechtzeitig bei Eurem Standesamt nach, damit Euch alles bis zur offiziellen Anmeldung vorliegt.

Die standesamtliche Trauung dauert ca. 15 – 20 Minuten und wird in der Regel eher sachlich und nĂŒchtern abgehalten. Wenn Ihr bestimmte WĂŒnsche habt und es etwas persönlicher haben möchtet, solltet Ihr das beim Standesamt ansprechen. Wenn Ihr GlĂŒck habt, gehen sie auf Eure WĂŒnsche ein und gestalten es etwas persönlicher. Das hĂ€ngt allerdings ganz stark von dem Ort und dem Standesbeamten ab. Falls Ihr in einem großen und bekannten Standesamt wie z.B. im Römer in Frankfurt heiraten möchtet, gibt es dort nur sehr getaktete und kurze Zeitfenster zwischen Eurer und der nĂ€chsten Trauung. Daher ist es dort eher unwahrscheinlich, eine persönliche Zeremonie zu bekommen. In einem kleineren und nicht so ĂŒberlaufenen Standesamt sind Eure Chancen schon etwas grĂ¶ĂŸer.

Der Ablauf einer standesamtlichen Trauung ist in den meisten FĂ€llen gleich.

Ablauf der standesamtlichen Trauung

  • BegrĂŒĂŸung des Brautpaares durch den Standesbeamten
  • Feststellen der Personalien des Brautpaares sowie der Trauzeugen (gĂŒltigen Personalausweis oder Reisepass nicht vergessen!)
  • Betreten des Trauzimmers: Das Brautpaar, die Trauzeugen und die GĂ€ste nehmen Platz
  • Ansprache des Standesbeamten
  • Frage des Standesbeamten an das Brautpaar, ob sie die Ehe miteinander eingehen möchten
  • Ringwechsel
  • Brautkuss
  • Vorlesen des Ehebucheintrages durch den Standesbeamten
  • Unterschriften: Der Eintrag wird vom Brautpaar, den Trauzeugen sowie dem Standesbeamten unterschrieben. Derjenige Partner, dessen Name sich durch die Eheschließung geĂ€ndert hat, unterschreibt hier bereits mit seinem neuen Nachnamen.
  • Gratulation durch den Standesbeamten und die GĂ€ste

Da somit die standesamtliche Hochzeit eher ein bĂŒrokratischer Akt ist, entscheiden sich viele Brautpaare auch noch fĂŒr eine zweite Zeremonie, die etwas persönlicher und romantischer ist.

Trauung

Die kirchliche Trauung

Die kirchliche Trauung bietet im Gegensatz zur standesamtlichen Trauung einen eher festlichen Rahmen.

Bei der kirchlichen Trauung unterscheiden wir zwischen der evangelischen, katholischen oder ökumenischen Trauung.

Auch bei der kirchlichen Trauung mĂŒsst Ihr unterschiedliche Unterlagen, die von der Konfession abhĂ€ngig sind, vorlegen. Fragt daher auch hier rechtzeitig bei Eurer Gemeinde nach.

Kirchliche Trauung
Bild: https://www.photopaten.de/

Evangelische Trauung

Möchtet Ihr evangelisch heiraten, muss mindestens einer von Euch beiden evangelisch getauft sein. Falls ein Partner konfessionslos oder geschieden ist, bieten einige evangelische Landeskirchen einen sogenannten „Gottesdienst anlĂ€sslich der Eheschließung“ an. Sprecht Euren Pfarrer am besten direkt darauf an, wie er es handhabt. Einiges dĂŒrfen sie nĂ€mlich frei entscheiden.

Ablauf des Traugottesdienstes

Erster Teil: Eröffnung

  • Einzug in die Kirche
  • Eingangsvotum: Ein kurzer Bibelvers zur Einstimmung auf den Gottesdienst
  • Eingangsgebet oder Psalm

Zweiter Teil: VerkĂŒndigung, Bekenntnis, Segnung

  • Biblische Lesung
  • Trautext / Trauspruch und Predigt
  • Biblische Lesung zur Ehe
  • Traubekenntnis
  • Ringtausch
  • Feierlicher Trauungssegen

Dritter Teil: Segnung

  • Vaterunser
  • FĂŒrbitte
  • Segen
  • Auszug

Katholische Trauung

Die katholische Kirche ist von ihrer strengen konfessionellen BeschrÀnkung etwas abgewichen. Mittlerweile können auch Paare unterschiedlicher Konfessionen heiraten, solange einer katholisch ist.

Nichtsdestotrotz gibt es einige Regelungen:
Ist einer von Euch beiden bereits geschieden und wurde zuvor kirchlich getraut, ist eine weitere kirchliche Trauung nicht möglich. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Wird die Eheschließung durch ein Kirchengericht fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt, steht einer kirchlichen Trauung nichts mehr im Wege. Auch hier solltet Ihr unbedingt mit Eurem Priester vorab sprechen.

Ablauf des Traugottesdienstes

Erster Teil: Eröffnung

  • Empfang des Brautpaares
  • Einzug
  • BegrĂŒĂŸung und EinfĂŒhrung
  • Kyrie und Tagesgebet

Zweiter Teil: Wortgottesdienst

  • Lesungen und GesĂ€nge zu den Lesungen
  • Predigt

Dritter Teil: Trauung

  • Fragen an das Brautpaar
  • Segnung der Ringe
  • VermĂ€hlung
  • BestĂ€tigung der VermĂ€hlung
  • Feierlicher Trauungssegen und FĂŒrbitten

Vierter Teil: Eucharistiefeier und Abschluss

  • Gabenbereitung und Hochgebet
  • Vaterunser und Kommunion
  • Segen, Abschluss und Auszug

Ökumenische Trauung

Ihr beide gehört unterschiedlicher Konfessionen an, und Ihr könnt Euch nicht fĂŒr eine rein evangelische oder katholische Trauung entscheiden, dann könnte die ökumenische Trauung genau das Richtige fĂŒr Euch sein. Wenn Ihr möchtet, dass beide Konfessionen in einem Gottesdienst vorkommen, könntet Ihr Euch fĂŒr einen Ort (evangelische oder katholische Kirche) entscheiden und einen Geistlichen der anderen Konfession dazu laden.

Ihr hÀttet nun z.B. eine katholische Trauung unter Mitwirkung eines evangelischen Pfarrers, bei der der evangelische Geistliche die Predigt hÀlt und der katholische die Trauung vollzieht.

Ablauf des Traugottesdienstes in einer evangelischen Kirche

Erster Teil: Eröffnung

  • Einzug in die Kirche
  • BegrĂŒĂŸung durch den Pastor
  • Eingangsvotum
  • Eingangsgebet oder Psalm

Zweiter Teil: VerkĂŒndigung, Bekenntnis, Segnung

  • Biblische Lesung
  • Trauspruch und Predigt
  • Biblische Lesung zur Ehe
  • Traubekenntnis
  • Ringtausch
  • Feierlicher Trauungssegen

Dritter Teil: Segnung

  • Vaterunser
  • FĂŒrbitten
  • Segen
  • Auszug

Ablauf des Traugottesdienstes in einer katholischen Kirche

Erster Teil: Eröffnung

  • Gabenbereitung und Hochgebet
  • Vaterunser und Kommunion
  • Segen, Abschluss und Auszug

Zweiter Teil: Wortgottesdienst

  • Fragen an das Brautpaar
  • Segnung der Ringe
  • VermĂ€hlung
  • BestĂ€tigung der VermĂ€hlung
  • Feierlicher Trauungssegen
  • FĂŒrbitten

Dritter Teil: Trauung

  • Lesungen und GesĂ€nge
  • Predigt

Vierter Teil: Eucharistiefeier und Abschluss

  • Empfang des Brautpaares
  • BegrĂŒĂŸung und EinfĂŒhrung
  • Kyrie und Tagesgebet
Kirchliche Trauung
Bild: https://www.photopaten.de/

Freie Trauung

Zu guter Letzt gibt es noch die freie Trauung. Wenn ihr Euch eine persönliche, lockere & individuelle Trauung wĂŒnscht, dann könnte die freie Trauung etwas fĂŒr Euch sein.

Das tolle an einer freien Trauung ist, dass Ihr an keinerlei Regeln gebunden seid.

Ihr bestimmt, wie sie gestaltet werden soll, an welchem Ort sie stattfindet und seid auch viel flexibler, was das Datum und die Uhrzeit angeht. Eure freie Trauung kann gefĂŒllt werden mit Eurer Geschichte, Lieblingsmusik, individuellen Trauritualen und vieles mehr.

FĂŒr eine freie Trauung solltet Ihr Euch bei ein paar Traurednern informieren, sie kennenlernen und schauen, wer zu Euch passt.

Da eine freie Trauung so individuell ist, gibt es dafĂŒr auch keinen fixen Ablauf. Aber ganz grob beschrieben sind folgende Punkte meistens enthalten.

Ablauf freie Trauung

  • Einzug
  • Eure Geschichte
  • Trauritual
  • Ja Wort
  • Ringtausch
  • Kuss
  • Auszug
Freie Trauung im November
Foto: https://unserhochzeitsmoment.de/

Fazit

So unterschiedlich jede Hochzeit ist, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten der Trauung. Ihr habt also die Möglichkeit, Euch nur fĂŒr eine standesamtliche Trauung zu entscheiden, eine standesamtliche plus eine kirchliche Trauung oder eine standesamtliche mit einer zusĂ€tzlichen Freien Trauung.

Da es Eure Hochzeit ist, muss es zu Euch passen und Euch gefallen. Deshalb gibt es hier kein richtig oder falsch.

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